Fusion zugestimmt: Raiffeisenbank Mittelschwaben entsteht

Kissendorf, 13.06.2016

Nach Roggenburg-Breitenthal haben auch die Vertreter aus Bibertal und Kötz dem neuen Geldinstitut zugestimmt. Auch die Frage der Führung ist geklärt.

Die neue Raiffeisenbank Mittelschwaben ist beschlossene Sache. Nach den Mitgliedern der bisherigen Raiffeisenbank Roggenburg-Breitenthal haben am Donnerstagabend auch die Mitglieder der Raiffeisenbank Bibertal-Kötz der Fusion beider Häuser mit großer Mehrheit zugestimmt. „Das war mit Sicherheit die richtige Entscheidung“, betonte Hermann Högel, der zusammen mit Günther Mayer und Martin Ederle den Dreier-Vorstand der neuen Bank mit Hauptsitz in Roggenburg bildet. Dis Fusion sichere langfristig den Erhalt der Bank, für die Kunden werde sich kaum etwas ändern.

Högel, der seit Anfang 2012 die Raiffeisenbank Bibertal-Kötz führt, ging kurz auf das Geschäftsjahr 2015 ein. Sein Fazit: Die Bank sei erfolgreich, habe ein gesundes Wachstum, verzeichne Zuwächse in allen Geschäftsbereichen und sei solide finanziert. Warum dann eine Fusion mit der Raiffeisenbank Roggenburg-Breitenthal?

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In einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld mit niedrigen Zinsen und zunehmendem Wettbewerb sei es für kleine Banken immer schwerer, die Herausforderungen zu meistern, erklärte Högel. Angesichts einer überbordenden Bürokratie und einer regelrechten Reglementierungswut der Politik sei eine kleine Bank mit 20 Beschäftigten zunehmend überfordert. „Zu zweit schaffen wir das leichter.“ Etwa auch den weiteren Ausbau des Online-Bankings. Zudem könnten Kosten gespart und Synergieeffekte erzielt werden. Das überzeugte die meisten Anwesenden – 240 von 258 Mitgliedern stimmten für den Zusammenschluss.

Alle Standorte sollen erhalten bleiben

Für die Kunden der neuen Bank ändere sich kaum etwas, betonte Högel weiter. Die sieben Standorte in Bühl, Kissendorf, Groß- und Kleinkötz, Roggenburg, Biberach und Breitenthal blieben erhalten. Die Kunden erhalten kostenlos eine neue EC-Karte, die Kunden der bisherigen Raiba Roggenburg-Breitenthal bekommen eine neue Kontonummer. In einer Übergangszeit von zwei Jahren kann aber die bisherige Nummer parallel weiterverwendet werden.

Auf Nachfrage des Bibertaler Bürgermeisters Oliver Preußner versicherte Högel, auch künftig werde Gewerbesteuer an die vier Gemeinden bezahlt, Spenden an Schulen, Kindergärten und Vereine gebe es gleichfalls weiter. Auch nach dem Zusammenschluss bleibe die Raiffeisenbank Mittelschwaben vor Ort verwurzelt, das Geld werde nur in der Region investiert und im Interesse der nun fast 4000 Mitglieder werde auch künftig nicht gezockt, betonte Högel. Die Raiffeisenbank Bibertal-Kötz hat 2015 einen Jahresüberschuss von knapp 125 700 Euro erwirtschaftet. Rund 40 000 Euro werden als Dividende von 2,5 Prozent an die bislang 2453 Mitglieder ausgeschüttet. Der Rest wandert in die Rücklagen.

Johann Brandner aus Kötz war bislang Aufsichtsratsvorsitzender der Raiba Bibertal-Kötz, dieses Amt wird er auch bei der neuen Raiba Mittelschwaben versehen. Altershalber schieden nach mehr als 20 Jahren Anton Dirr und Alfred Rüggenmann aus dem Aufsichtsrat aus, sie wurden mit einer Ehrenurkunde des Genossenschaftsverbandes ausgezeichnet. Vor der mehr als zweistündigen Generalversammlung hatten sich Mitglieder und Gäste bei einem Abendessen gestärkt, umrahmt von der Musikkapelle Echlishausen-Bühl.