Generalversammlung der Raiffeisenbank Mittelschwaben eG

Roggenburg, 24.06.2017

Verantwortliche sehen die Raiffeisenbank Mittelschwaben rund ein Jahr nach der Fusion im Aufwind

Die Raiffeisenbank Mittelschwaben ist in zwei Landkreisen (Günzburg und Neu-Ulm) beheimatet. Vor rund einem Jahr hatten sich die Raiffeisenbank Roggenburg-Breitenthal und die Raiffeisenbank Bibertal-Kötz zusammengeschlossen. 38 Mitarbeiter zählt die Genossenschaftsbank, die ihre Zentrale in Roggenburg hat und Außenstellen in Kissendorf, Bühl, Biberbach, Breitenthal und eine moderne Filiale in Großkötz unterhält. Die beiden Vorstände Günther Mayer und Martin Ederle konnten nun bei der Generalversammlung in Roggenburg auf solide Zahlen verweisen, die einen Aufwärtstrend erkennen lassen würden, obwohl im Jahr nach der beschlossenen Fusion Kraft und Finanzmittel zusätzlich in die Ausgestaltung der neuen Bank fließen hätten müssen.

Zu Hermann Högel, der gemeinsam mit Mayer und Ederle nach der Gründung den Vorstand gebildet hatte und im Frühjahr ausgeschieden ist, gab es bei der Versammlung keine Informationen. Die Aufgaben Högels, erläuterte Mayer, wurden auf ihn, den Vorstandssprecher, und seinen Kollegen Martin Enderle aufgeteilt, eine Nachfolge für Högel sei nicht geplant.

Wie Mayer feststellte, bedeute die Politik der Europäischen Zentralbank mit extremem Niedrigzins für alle Banken, auch die kleine Raiffeisenbank Mittelschwaben eine enorme Herausforderung. Als Bank für die Region, ihre Gewerbetreibenden, Vereine und Privatleute sei die Raiffeisenbank Kreditgeber für Investitionen in der Region.

Durch die immer weiter sinkenden Gewinnmargen im Kreditgeschäft müsse sich die Bank neue Wege zur Ertragssicherung suchen. Zugleich sei sie gezwungen, ihre Eigenkapitaldecke zu erhöhen. Ein Spagat, den die Raiffeisenbank Mittelschwaben im ersten Geschäftsjahr recht gut gemeistert habe, betonten die Vorstandsmitglieder. Die Eigenkapitaldecke konnte trotz der einmaligen Investitionen zur Umsetzung der Fusion gestärkt werden. Die Kundeneinlagen lägen unter Bayernschnitt, seien aber mit 5,1 Prozent deutlich gestiegen. Sie hätten nicht zur Gänze als Kredite wieder ausgegeben werden können, was zu Strafzinsen an die EZB geführt habe. Doch das Gesamtbild der neuen Raiffeisenbank Mittelschaben sei positiv. Immerhin konnte sie gleich im ersten Jahr ihres Bestehens eine Ratingnote von A+ erreichen, bei einer Skala von A++ bis D.

Es gebe gute Aussichten im Kreditgeschäft. Auch wenn nicht alle 139 Millionen Euro Einlagen ausgegeben werden konnten, waren es doch immerhin 120 Millionen, die als Kredite für den privaten Hausbau, für Gewerbe und Landwirtschaft ausgegeben werden konnten. Das mache, rechnete Mayer vor, einen Bilanzanteil von 65 Prozent. Da dieser Geschäftsbereich trotz Niedrigzinsen der einzige sei, in dem die notwendigen Gewinne erwirtschaftet werden könne, sei es erklärtes Ziel der Raiba Mittelschwaben, hier noch aktiver zu werden.

Dazu diene auch die kontinuierliche Qualifizierung der Mitarbeiter, die 2017 im Bereich Kreditfinanzierung intensiviert werde. Auch Bankpräsenz im Netz werde, wie Martin Ederle erläuterte, zeitgemäß im Projekt „webErfolg“ modernisiert. Zu den weiteren Punkten der Generalversammlung gehörten auch Aufsichtsratswahlen, bei denen Johann Brandner, Joachim Winkler und Jürgen Waschhauser einstimmig wiedergewählt wurden. Auch die vorgeschlagene Verwendung des Jahresüberschusses mit einer Dividendenauszahlung von 2,5 Prozent wurde einstimmig gebilligt.

Generalversammlung 2017